Torsten Bruch

Methodik & Analyse
Installation

Fish tank of development

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Fish tank of development
(De.: Aquarium der Entwicklung)

Stoptrickvideo mit Aquarell auf Pappe
1:48 min. (16:9; stereo)
Ton: Great Barrier Reef by Daniel Blinkhorn
Song Jeong, Busan, Südkorea
November 2015

Die Fische entstammen der Esskultur Südkoreas. Restaurants zeigen ihr Fischangebot in mehreren Aquarien vor ihrem Geschäft. Ein farbenprächtiges Angebot unbekannter Spezien. Alle gemalten Fische scheinen eßbar. Mit Aquarelltechnik wurden für den Stoptrick kleine Darsteller gefertigt. Jeder Fisch im Video wurde daraufhin einzeln über den Bildschirm geschoben und zu Videosequenzen zusammen gefügt.
Die Fische schwimmen alle in die Richtung der Hausaquarelle.
Auf dem ersten Aquarell sind traditionelle, koreanische Häuser mit Wasserspeichern, Sitztischen und Kimchitöpfen zu sehen, welche in Korea auf den Dächern stehen. Alte Relikte koreanischer Wohnkultur, wobei neben dem Haus gerne noch ein Gemüsefeld sein kann.
Das moderne Südkorea hingegen ist von Hochhäusern – gerne sechs bis acht gleicher Bauart – geprägt. Als Tourist steht man vor eintönigen Fassaden und kann nur spekulieren, welche Kultur dahinter geschieht.
Die Arbeit entstand im Rahmen einer vier wöchigen Residenz in Busan – einem Künstleraustausch mit der Stadt Hamburg – zusammen mit Oliver Ross, Ida Lennartsson und Lily Wittenburg. In der abschließenden Ausstellung „Road to Road“ im Davin Art Space wurden unsere Arbeiten mit 20 Koreanern zusammen gezeigt.

http://www.davinbusan.com

 

Drei Winde (Mistrau, Tremountano, Autan)

3 Kästen mit je einer luftgetriebenen Röhre
Holzkasten, Ripstop, Ventilator
L’Atelier National, Marseille – Frankreich
Juni 2013

Viele verschiedene Winde beeinflussen maßgeblich das Klima in Marseille. Am bekanntesten ist der Mistral. Er wühlt das Meer auf und bringt Luft aus dem Norden. Dieser Wind scheint aus jeder Richtung zu kommen und belastet die Nerven der Marseillern.
Die drei Luftröhren wirken wie Grashalme, die mit einander im Dialog stehen. Mal rührt sich einer nicht, dann wird er wieder angestoßen. Dann fallen sie in sich zusammen, schwenken nach unterschiedlichen Seiten aus, um gleich darauf wieder parat zu stehen. Eine hypnotisierende Arbeit, die fragt, warum in diesen Momenten der Synchronizität ein tieferer Sinn zu stecken scheint.

Diese Arbeit wurde im Rahmen der Ausstellung „Niveau de la mer“ im L’Atelier National mit Dorothea Heinrich, Hinrich Gross, Sylvia Schultes, Ole Henrik Hagen, Christian F. Kintz, Helene von Oldenburg, Sahinaz Akalin und Sabine Mohr gezeigt.

Many different winds affect significantly the climate in Marseille. Best known is the mistral. He stirs up the sea and brings air from the north. The wind seems to be coming from every direction and very much gets on the nerves of the Marseillaise.
The three air tubes in the work of TP Bruch are like blades of grass that are in a dialogue with each other. Sometime they don’t move at all, then triggered again. Then they are collapsing and fall to different sides. Just to rise up immediately to be ready again. A mesmerizing work where one wonders about these moments of synchronisation and why there seems to be a deeper meaning.

This work was presented as part of the exhibition “niveau de la mer” at L’Atelier National together with Dorothea Heinrich, Hinrich Gross, Sylvia Schultes, Ole Henrik Hagen, Christian F. Kintz, Helene von Oldenburg, Sahinaz Akalin and Sabine Mohr.

Mistrau, Tremountano, Autan

Still from the exhibition "Niveau de la mer" at L'Atelier National, Marseille - France

Mistrau, Tremountano, Autan by TP BruchMistrau, Tremountano, Autan by TP BruchMistrau, Tremountano, Autan by TP Bruch

Funasaka Symphony

Fubasaka Symphony - a work by Torsten P Bruch

Funasaka Symphony

5 Videos (1080p nach 576i), 5 Stereo Kanäle
4:01 min. in loop mode
Nishinomiya-Funasaka Biennale 2012
Oktober 2012

Das Dorf Funasaka ist sehr ruhig und man kann Geräusche von der anderen Seite des Tales hören. Dies erzeugt einen Eindruck von Weite und Raum und es verrät die Position der Menschen, welche die Geräusche erzeugen.
Ich habe diese Geräusche mit Filmaufnahmen gesammelt. In meiner Videoinstallation kommen diese Geräusche von allen Seiten. Ich glaube, das Menschen sehr miteinander in Beziehung stehen und stelle diese synchronoptische Vorstellung mit meiner Symphonie dar.

The valley of Funasaka is very peacefull and you can even hear noises from the other side of the valley. This gives you a very interesting impression of space and it tells you the position of the people making the sounds.
I collected these Funasaka sounds. In my installation the sounds are coming from all sides. I think people are very much interrelated and together they perform a Funasaka Symphony.

Ben Hur 2

Charlton Heston in allen Rollen.

Ben Hur 2

120 x 180 cm, Digitaldruck auf Bannerfolie
Juni 2012

Das Filmplakat ist die Inszenierung eines Selbstgesprächs – dargestellt von Charlton Heston – und treibt die Vorstellung vom Geniekult des Künstlers an seinem Beispiel ironisch auf die Spitze. Der Originalfilm „Ben Hur“ (223min.) war der letzte Hollywood-Film (1956) mit einem riesigen Budget, gigantischen Bühnenbildern und einer unzähligen Masse lebender Statisten, welche den Hintergrund des Filmes bevölkern. Als filmisches Meisterwerk wurde dieser Film 1959 mit 11 Oscars gekrönt.
In „Ben Hur 2“ werden alle Rollen vor und hinter der Kamera von dem Oscarpreisträger Charlton Heston ausgefüllt. Das Plakat ironisiert die historische Vorstellung vom einzigartigen Künstlergenie, welches alle Bereiche durch seine göttliche Gabe ausfüllt. Der Hauptdarsteller multipliziert sich durch seine Allgegenwart im Quadrat. Dadurch verursacht Heston in der Geschichte seinen Leidensweg selbst und zieht seinen eigenen Wagen als Pferd quasi „automatisch“ . Aber ein Teil von Ihm stirbt auch – als Kontrahent – an seinem eigenen Konflikt. Am Ende ist es schwer zu sagen wann, wie und wer genau Heston eigentlich ist. Denn er ist immer gegenwärtig.

The movie poster is the staging of a self conversation – portrayed by Charlton Heston – and ironically pushes the notion of the genius-cult of the artist to the top.
The original film „Ben Hur“ (223 min.) was the last Hollywood film (1956) with a huge budget, huge sets and a countless mass of extras (actors) which populate the background of the film.
As a cinematic masterpiece, this film was crowned with 11 Oscars in 1959.
In „Ben Hur 2“ all roles before and behind the camera are staged by the Oscar winner Charlton Heston. The poster treats the historical notion of the unique artist genius which fulfills all parts by his divine gifts. By his omnipresence the main character is multiplied by a million.
Thus in the story, Heston causes his period of suffering by himself and also pulls his own car by himself starring as a horse. But also a counter part of him dies by his own conflict. In the end, it is hard to tell when, how and who is just Heston because he is always present.

 

Das Haus – Redux

Installationsansicht-1
Hausmodell (Maßstab 1:20), Familienfoto-wolke,
Einmachgläser von 1956, Regal-Fotorekonstruktionen,
3 Monitore mit Videos, Hausfamilienstammbaum

Gruppenausstellung “Retro Slots” im Künstlerhaus FRISE, Hamburg
Juni 2010

Eine Neubearbeitung der Installation „Familienhaus“ aus dem Jahre 1998
mit einer Zusammenstellung aus dem Werkzyklus von 1995-1998.
Familiengeschichte, innerfamiliäre und generationsübergreifende Motive,
die Beschäftigung mit Erinnerung trotz Nostalgie und eine aufräumende Familienarbeit,
um die vergessenen Räume und Gegenstände bewegten TP Bruch zu diesen Arbeiten.
Im Raum steht zentral das Familien-Hausmodell als Erinnerungs-Werkzeug,
um die Positionen und den Inhalt eines Raumes zu bearbeiten.
Das Video „Try to explain“ (05.51 min, DVD) zeigt den Künstler, wie er mit ca. 12 maligem Scheitern
versucht den Inhalt des Hausmodells zu erzählen. Das Video „Hauserklärung“ (32.00 min, DVD)
zeigt nur die Finger des Künstlers, wie sie im Modell die Erinnerungsinhalte versprachlichen.
Der Familienstammbaum lastet mit seiner Mehrgenerationsmotiven und seiner Geschichtsschwere
über dem Ensemble. Und zu guter Letzt der Film „Das Haus“ (18.30 min, DVD) aus dem Jahre 1998,
welcher durch die Ebenen des Hauses Anhand der Hausrelikte die ehemaligen Mitbewohner versucht zu ergründen.

Der Mensch ist ein Haus, mit geheimen Kammern, verborgenen Winkeln und überraschenden Blickachsen,
die unerwartete Ansichten offenbaren. (Belinda Grace Gardener)

Bitte auf die Bilder klicken zum Vergrößern oder mehr Info.

 

 

Come Close Space


“Panorama 7” - Le Fresnoy-Studio National des Arts Contemporains, Frankreich
Eine barocke Video- und Toninstallation von Torsten P Bruch.

Goldenes Samtsofa, benutzbar, 6 Monitore und 2 Beamer,
4 Kopfhörer, 8 dvds synchron (loop 7:22min), 7m x 2m x 2,15m
Juni 2006

Come Close Space ist ein barockes, benutzbares Videomöbel. „Ein Raum zum Nah kommen“ oder ein „naher Raum“.
Die Skulptur lädt den Betrachter ein, so nah wie möglich zwischen den Videobildern zu verweilen und offenbart das
Paradox zwischen Bildvorstellungskraft, der Grenze der Bild-oberfläche und dem realen Raum. Vier Videoepisoden
thematisieren den visuellen Unterschied zwischen Mann und Frau, der Berührung, der Intimität und der
Schwierigkeit der Wahrnehmung multipler Videoquellen.

In Come Close Space werden vier Video-Episoden von zwei Schauspielern gespielt. Diese Videos präsentiere sich in
einem goldbraunem Samtsofa, einer skulptural barocken Video-Installation mit zwei Video Projektionen und sechs
Monitoren. Das Sofa ist in der Mitte durch eine doppelte Projektionsfläche in eine männliche und eine weibliche Seite
geteilt. Auf jeder Seite laufen synchron die gleichen Szenen – lediglich präsentiert von einem anderen Geschlecht.
Jeder Charakter verbleibt auf seiner Seite.

Traurigerweise versuchen die Schauspieler vieles, um sich gegenseitig anzunähern. Sie möchten sich berühren,
aber sie verbleiben im Bild gefangen. Eine tragische Liebesgeschichte.

A video and sound installation by Torsten P Bruch.
Golden velvet sofa, usable, 6 monitors and 2 video projections,
4 headphones, 8 dvds synchronized (loop 7:22min), 7m x 2m x 2,15m
Come Close Space is a baroque video sculpture. “A space to come close with” or “a close space”.

The sculpture invites people to be as near as possible in between the video images and shows the paradox
between visual imagination, the frontier of an image and the real space.

Four video episodes are presenting differences between man and woman, about touch, about intimacy and
the difficult reception of multiple video sources. In Come Close Space four Video Episodes are played by two actors.
These videos are presented in a big golden velvet sofa, a sculptural and barock video installation with two video
projections and six monitors. In the middle the sofa is divided by a double projection screen into a male and
a female side. On each side is showing the same scenes synchronized. They are just presented by a different gender.
Each character stays on his side.

Sadly the actors are trying everything to approach towards each other. They want to connect but they cannot
overcome the second dimension of the screens. Their life in the installation remains only visual.
So on the other hand my installation is also a tragic love story.